Die W.I.D.A ist da... nun seit gut 4 Jahren

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Was hat sich bis heute (2008) getan und was nicht? Ein erstes Resümee aus meiner Sicht ....

Ganz unten könnt Ihr noch meinen ersten, in positiver Hoffnung getippten Bericht über die Anfänge der Wida hier in Deutschland lesen. Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Zusammentreffen mit Sean Gavan und einigen heutigen Tanzlehren in einem kleinen, unbedeutenden Pub in Oberhausen ;-)
Hier wurden erste Gespräche geführt, Sean stellte sich und seine Vorstellungen vor, hörte auch was uns an der bis dahin vorhandenen Situation und den Möglichkeiten nicht besonders gefiel und so weiter.
Aus diesem kleinen Kreis ist nun mittlerweile eine gar nicht mehr so kleine Organisation entstanden, die auch bis heute einiges bewegt hat.

Mittlerweile sind der WIDA allein in Deutschland 18 Schulen als Mitglieder fest angeschlossen, einige weitere Gruppen und Truppen halten lockeren Kontakt zur Wida und nehmen regelmässig an den Feiseanna teil.
Festzustellen ist aber schon an jetzt, es könnten durchaus mehr sein !?  Später ...
Weiterhin hat die Wida mittlerweile auch Mitglieder in 14 anderen Ländern, für diese kurze Zeitspanne schon bemerkenswert. Und was hat sich nun bis heute daraus ergeben?

Die guten Seiten:

An erster Stelle steht für mich der Punkt, das viele begeisterte Tänzer nun auch bei uns im Lande mehr Möglichkeiten haben, ihren Sport mal mehr und mal weniger aktiv “in der Nähe” zu betreiben und wer will, kann sich dann auf einigen Wettbewerben in ganz Deutschland mit den anderen messen.
Dazu hat auch die von vielen anderen belächelte Lehrerausbildung beigetragen, die aber sicherlich eine überwiegend positive Auswirkung hat.

 Ob der eine oder andere Lehrer nun das Niveau der “echten irischen“ hat oder nicht ist eine ganz andere Sache, aber geholfen hat das in jedem Fall, und Sean Gavan war und ist auch auf die Qualität dieser Ausbildung bedacht.
Ich persönlich sehe den Wert dieser Ausbildung in einem viel besseren Licht als die Ausbildung einer vor einigen Jahren eigens dafür (in Irland!) ins Leben gerufenen Organisation, die es vor ein paar Jahren noch gar nicht gab. Wäre ja auch unglaubwürdig gewesen, wenn diese Organisation ihren Sitz in Deutschland gehabt hätte? ;-)

Einige der Lehrer haben mittlerweile eine recht ansehnliche Schüleranzahl und so stiegen auch die Teilnehmerzahlen der von einigen Schulen veranstalteten ersten Feiseanna.
Für mich positiv und auch weiterhin sehr wichtig ist der Passus, das auch Tänzer teilnehmen können, die nicht irgendeiner Wida -Schule angehören! Das sorgt für gute und hoffentlich weiter steigende Teilnehmerzahlen und für nicht so ein elitäres Gehampel wie bei anderen Organisationen.

Auch das Regelwerk, an dem anfangs viel hin- und hergestrickt wurde, ist ein wenig “Teilnehmerfreundlicher” als andere... aber mit abnehmender Tendenz! Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden ein für alle verständliches und vor allem verbinliches Regelwerk zu schaffen, was nicht von Fall zu Fall “gedehnt” wird.

Waren die allerersten Feiseanna vielleicht noch etwas hemdsärmelig aufgezogen und auch das tänzerische Niveau noch nicht so , das “andere” noch hämisch grinsten mochten, so hat sich das mittlerweile deutlichst geändert und ich denke, das Grinsen müssen sich nun einige doch verkneifen!
Ich möchte behaupten das die Wida durchaus sehr gute, meist weibliche Tänzer in ihren Reihen hat. Leider aber sind ja direkte Vergleiche durch die Sturköpfigkeit der Organisationen nicht möglich.

Auch die mittlerweile jährlich stattfindenden German- sowie European Championships haben gute Teilnehmerzahlen zu verzeichnen. Auch diese könnten allerdings besser sein.

Solche Wettbewerbe, ob nun groß oder kleinere, kosten den Organisatoren, also den ausrichtenden Schulen oder der Wida selbst natürlich viel Arbeit, Mühen, Freizeit, Schweiß, Stress, Ärger und nicht zuletzt: Geld!

Die Feiseanna finanzieren sich daher zum großen Teil aus den Startgebühren, eventuellen Werbeeinanhmen, Sponsorings und Eintrittsgeldern. Es ist schwierig, davon so ein Feis zu finanzieren. Bezahlt werden müssen ja nicht nur Pokale und Medaillen, sondern auch Saal- oder Hallenmieten, Personal etc. Da kommt einiges zusammen.

Auch die bisher sehr familiäre, entspannte und freundschaftliche Atmosphäre ist für mich eine positive Sache.


Wo Licht ist da ist natürlich auch Schatten, und das möchte ich auch nicht unkommentiert lassen:

Beginnen möchte ich hier mit der Organisation: War es anfangs durchaus verständlich, das sich erst alles einspielen muss, Zeitpläne aus dem Ruder laufen weil nicht alles klappt, mehr oder weniger Teilnehmer vor Ort sind und so weiter, sollte eigentlich mittlerweile ein vernünftiges Schema für so einen Ablauf stehen.

Es ist aber immer noch so, das einmal bekanntgegebene Zeitpläne dann wieder kurzfristig über den Haufen geworfen werden, obgleich viele Familien, Tänzer etc. sich nach den ersten bekannten Terminen richten und planen. Dazu kommt, das einige Veranstaltungen dann an klassischen Familien- oder Ferienwochenenden wie Ostern, Pfingsten etc. stattfinden, wo viele dann Urlaub oder sonstwas geplant haben und der Veranstalter dann sparsam guckt, das weniger Leute als erwartet kommen... seltsam, oder? Nicht nur Veranstalter müsen planen können, auch die Tänzer und Familien, und manchmal ist dann eben anderes wichtiger als Irish Dance.
 
Weiterhin: die verschiedenen Klassen, Eingruppierungen etc. haben dann doch im Laufe der Zeit für einige Verwirrung und Unmut unter Teilnehmern und Zuschauern geführt. Da werden Klassen oder Altersgruppen zusammengelegt, oder eigentlich niedrigere Klassen können plötzlich in höheren tanzen ohne sich zuvor dafür  qualifiziert zu haben etc.  Das haben andere Organisationen besser gelöst, das System ist bekannt und jeder kommt damit klar. Es kann nicht sein das Regeln je nach Lust und Laune geändert werden, das führt zu Unmut, Streit und Unfairness.
 
Veranstaltungsorte:
Auch aus den genannten finanziellen Gründen muss man eigentlich bei der Wahl der Veranstaltungsorte einiges berücksichtigen. Ich persönlich finde es völlig in Ordnung, wenn so etwas in Mehrzwecksporthallen oder ähnlichem stattfindet, meinetwegen auch in einigermassen “preiswerten” Hotels, wenn man mit den Hotels einen vernünftigen Deal abschliessen kann. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum dann die etwas “grösseren” Wettbewerbe in Locationen stattfinden müssen, die tausende von Euro kosten, die Veranstalter und somit auch Teilnehmer und Zuschauer unter Druck setzen?

Hallo, so groß ist Wida (noch) nicht, das ganze Stadthallen wie jetzt in Düsseldorf für wahnsinnige Summen angemietet werden. Der Effekt ist: Um ja das viele Geld wieder irgendwie hereinzuholen, wird alles getan, irgendwie an Geld zu kommen. Was ich damit meine dürften einige der Teilnehmer und Zuschauer wissen.

Unter anderem sind auch die Startgebühren und Eintrittsgelder meiner Ansicht nach viel zu hoch! Anfangs war das OK, aber jetzt für “Nachmelder” z.B.: 10 Euro Startgebühr je Tanz zu erheben, finde ich einfach destruktiv. Und für Eltern oder sonstige Familienangehörige der Tanzer dürfte durchaus ein ermässigter Eintritt möglich sein.

Man möge berücksichtigen, das Irish Dance eine Randsportart ist, die durch Zubehör wie Schuhe, Kleider, die Reisen, Übernachtungen etc. eh schon nicht preiswert ist und viele der zahlenden Eltern es nicht so “dicke” haben wie einige wenige und dann eben notgedrungen auf die Teilnahme verzichten.

Auch wenn neue Competitions (z.B. Show) geschaffen werden und viele vorab fragen, was denn gefordert ist bzw. was getanzt werden darf, sich hinterher aber herausstellt das die Richter dann doch lieber traditionelles “two hand” oder ähnliches sehen wollten, ist das für die Tänzer sehr frustrierend, da sie sich ganz anders vorbereitet haben und mit Ihrem moderneren Programm dann nicht angekommen sind.

Wenn dann beim nächstenmale einige keine Lust mehr haben, wundert mich das gar nicht.

Zudem hat sich auf den letzten Wettbewerben bei mir der Eindruck verstärkt, das hier und da Nicht-Wida Tänzer “anders” behandelt wurden, was ich auch von einigen als Äusserungen und bei Gesprächen mitbekommen habe.
So etwas führt dann auch zu dem, was ich oben erwähnt hatte... weniger Mitglieder und Teilnehmer.

Wenn das alles weitergedeihen und wachsen soll, ist hier sicherlich ein Umdenken, mindestens Nachdenken gefragt!
 Ich werde das ganze mal weiter im Blick behalten und mich zu gegebener Zeit wieder äussern :-)

Mir ist auch durchaus bewusst, daß ich bei einigen wieder ziemlich “anecken” werde und manche mich gern steinigen würden, aber wer mich kennt, weiss das mir das ziemlich schnurz ist.


PS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten ;-)
 
 


 Die W.I.D.A kommt!

Was ist die  World I rish Dancing Association ?

Ich begreife die WIDA derzeit als eine Chance, die sich allen bietet, die sich einen der unzähligen 4-5 RTME-Lehrern in “Mainland Europe” nicht leisten können oder wollen, sei es aus Geldmangel, aus Gründen der Entfernung, oder weil man sich mit den verkrusteten Regeln nicht anfreunden kann oder aus sonstigen Gründen... ; sich jetzt auch zumindest locker organisieren zu können, Wettbewerbe abhalten zu können, sich austauschen zu können und: qualifizierten Unterricht für zukünftige ID-Lehrer bieten zu können!

Was genau die WIDA möchte, könnt ihr auf der Site
www.worldirishdance.com nachlesen.

Ich habe die Hoffnung, daß hiermit ein guter Gegenpol zum europäischen Komission-Ableger geschaffen wurde. Dieser Ableger hat es dann doch unter anderem auch geschafft, vielen Leuten den Spaß am Irish Dance zu verleiden. Sicherlich, es gibt viele, die weiterhin bei den Lehrern tanzen; ist ja auch prima, wenn man eine Schule fast vor der Tür hat. Aber so gut haben es nun mal nicht alle Leute, zumal wenn sich diese Herrschaften in Holland ballen und für das viel kleinere Deutschland ja grad noch 1 -2 Lehrer da sind. Und dazu kommen noch Regelungen, Weisungen und sonstige Einschränkungen, die ich nicht nachvollziehen kann.
 Mein persönliches Fazit: Seit Gründung der RTME ist nicht viel bewegt worden, eher das Gegenteil. Nicht umsonst wenden sich viele von der Coimisiun ab.

Um an einem WIDA-Feis teilzunehmen, muss man (noch?) nicht irgend einer Komission angehören. Ich denke, Frau darf auch über 30 noch Poodle-Socks tragen. Und die Wahl der Kleidung ist generell nicht so restriktiv. Fotografieren ist übrigens auch erlaubt! ;-)

Die Ausbildung zum Lehrer (mit Prüfung) macht auf mich einen guten Eindruck, ich werde das ganze jedenfalls im Auge behalten ;-)

Und mit Sean Gavan haben die Probanden sicherlich einen hervorragenden Lehrer mit vernünftigem Background, tanzt er doch schon seit 33 Jahren!
Die Einzelheiten zu Ausbildung, Prüfungen etc. entnehmt bitte der Website
www.worldirishdance.com
dort ist schon einiges auch auf deutsch nachzulesen!

Ich werde dieses Jahr das Winter-Feis in Den Haag sausen lassen und werde mir das erste WIDA-Feis in Düsseldorf ansehen und kann nur hoffen, daß viele Leute und tanzbegeisterte sich trauen und sich dort einfinden werden! Wenn das klappen sollte, besteht durchaus die Möglichkeit, daß demnächst in Deutschland einige Feiseanna mehr stattfinden, an denen auch “Hobby-Iren” teilnehmen können ;-)